Bolivien

Fläche: 1.098.581 qkm.
Bevölkerungszahl:
8.328.700 (2000).
Bevölkerungsdichte: 7,4 pro qkm.
Hauptstadt: Sucre.
Einwohner:
192.238 (2000).
Verwaltungs- und Regierungssitz:
La Paz.
Einwohner:
1.000.899 (2000).
Geographie: Bolivien ist ein Binnenland. Es grenzt im Nordwesten an Peru, im Norden und Osten an Brasilien, im Südosten an Paraguay, im Süden an Argentinien und im Südwesten an Chile. Das weitgehend unfruchtbare Hochplateau Altiplano, eingefaßt von den Anden, liegt etwa 4000 m ü. d. M. und macht etwa ein Drittel der Landesfläche aus. Etwa 70% der Bevölkerung leben hier, von denen fast ein Drittel Stadtbewohner sind. Die zweite Region ist ein fruchtbares Tal, das zwischen 1800 m und 2700 m ü. d. M. liegt. Das feucht-tropische, bewaldete Tiefland (Llano) im Osten nimmt zwei Drittel der Gesamtfläche ein.
Staatsform: Präsidialrepublik seit 1967. Verfassung von 1947. Zweikammerparlament aus Senat (27 Mitglieder) und Abgeordnetenhaus (130 Mitglieder). Legislaturperiode: 5 Jahre. Regierungschef: Gonzalo Sánchez de Lozada, seit 2002. Direktwahl des Staatsoberhauptes alle 5 Jahre, keine Wiederwahl. Unabhängig seit 1825 (ehemalige spanische Kolonie).
Sprache: Amtssprache ist Spanisch; daneben auch die Indianersprachen Aimará und Ketschua. Englisch sprechen einige Beamte und Geschäftsleute.
Religion: Katholiken (92,5%), Katholizismus ist Staatsreligion; Protestanten (ca. 50.000), Bahai.

In Bolivien leben Indianer, die vor allem den Völkern der Aymara und der Ketschua, sie stellen 55% der Bevölkerung, 30% sind Mestizen und 15 % Weiße (meist spanischer Herkunft). Über 92% gehören der römisch-katholischen Kirche an. Rund 63% der Bolivianer leben in Städten, von denen La Paz und Santa Cruz, im Zentrum des Landes, die größten sind.

Fast die Hälfte der Bewohner lebt von der Landwirtschaft, die jedoch nur 16% des Bruttoinlandprodukts erbringt. Im Hochland werden Lamas, Rinder und Schafe gezüchtet sowie auf bewässertem Boden etwas Ackerbau betrieben (meist für den Eigenbedarf), in den Yungas werden Zitrusfrüchte, Bananen und Kaffee angebaut, während Plantagen im Tiefland Kautschuk und Kakao, Zuckerrohr, Früchte, Reis und die Wälder Edelhölzer liefern, die meist für den Export bestimmt sind. - Den Hauptteil des Exports (70%) bestreitet der Bergbau. Erdgas und Zinn sind, neben zahlreichen anderen, die wichtigsten Bodenschätze. Die Industrie (Textil-, Holz-, Nahrungsmittel- und Genussmittelindustrie) hat - abgesehen von der Erzaufbereitung - nur geringen Umfang. In jüngerer Zeit hat sich die Mineralölverarbeitung und Kunststoffindustrie entwickelt. Haupthandelspartner sind die USA, Großbritannien und die südamerikanischen Länder.
Trotz zahlreicher Bodenschätze hat Bolivien eines der niedrigsten Pro-Kopf-Ein-kommen in ganz Lateinamerika. Der florierende illegale Koka-Handel ist für zahlreiche Bauern die Haupteinnahmequelle. Die Regierung fördert allerdings mit Unterstützung der USA in verschiedenen Koka-Anbaugebieten den alternativen Anbau von Gewürzen, Obst und Tee, um den Bauern neue Einkommensquellen zu erschließen und den Kokainhandel wirkungsvoll an der Wurzel zu bekämpfen.
Bolivien ist Mitglied der Andengemeinschaft, der La Plata-Gruppe, des Amazonaspaktes und der Rio-Gruppe. Die regionale Wirtschaftsintegration durch Mitgliedschaft in der Mercosur-Freihandelszone hat die wirtschaftliche Position Boliviens gestärkt. Wichtigste Handelspartner sind Brasilien, Argentinien, Chile, die USA, Japan und die EU-Länder. 1999 exportierte Bolivien erstmals mehr in die EU als in jede andere Wirtschaftsgemeinschaft.

La Paz ist eine alte Inkasiedlung die 1548 gegründet wurde. Amtlich heisst La Paz seit 1827 La Paz de Ayacucho, ist der Verwaltungs- und Regierungssitz der südamerikanischen Republik Bolivien. Die Stadt liegt im unfruchtbaren Tal des Río de la Paz am Nordwesthang der Cordillera Real (3600-4000 m ü. M.). La Paz hat 713 000 Einwohner (mit Vororten 1,2 Mio. Einwohner) und ist Kultur-, Industrie- und Handelszentrum, die Universität wurde 1674 gegründet. In La Paz ist die Textil-, Metall-, Papier- u. a. Industrie ansässig; sowie ein Flughafen.