Dr. Josef Clemens Kardinal Maurer
Mittler zwischen den Kontinenten
Am 13. März 1900 wurde Josef Clemens Maurer als drittes Kind des Bergmanns Peter Maurer und dessen Ehefrau Angela, geb. Clemens, in Püttlingen/Saar geboren. Mit 12 Jahren kam Josef Clemens in das Internat der Redemtoristen in Bertigny / Schweiz. Gleich nach dem Abitur trat er in den Redemtoristenorden ein. Nach der Ordensprofess 1921 studierte er Philosophie und Theologie in Echternach /Luxemburg. Hier wurde er 1925 zum Priester geweiht.

Am 7. Oktober 1926 betrat Josef Clemens Maurer als Missionar erstmals bolivianischen Boden. Einfacher Missionar, Superior der Klöster La Paz und Tupiza, Oberer des Klosters in Oruro und schließlich am 23. März 1944 Ernennung zum Provinzial der Redemtoristen-Vizeprovinz Bolivien ( dazu gehörten auch Chile, Ecuador und Kolumbien). Am 1. März 1950 erfolgte seine Ernennung zum Weihbischof von La Paz und Titularbischof von Cea. Bereits am 27. Oktober 1951 ernannte ihn Papst Pius XII. zum Erzbischof von Sucre, dem ältesten Bistum Boliviens.

Im Jahre 1959 regte Erzbischof Maurer bei seinem Freund Mathias Wehr, Bischof von Trier, ein weitgehendes Hilfsprogramm für seine armen Indios an. Daraus wurde die Bolivienhilfe des Bistums Trier, die bis heute besteht.

1966 wählte die bolivianische Bischofskonferenz Erzbischof Maurer zu ihrem Präsidenten. Am 29. Juni 1967 berief ihn Papst Paul VI. in das Kardinalskollegium. Er nahm danach an zwei Papstwahlen teil. (Johannes Paul I. und Johannes Paul II.)

Die kath. Universität La Paz verlieh ihm am 18. April 1975 die Ehrendoktorwürde. Daneben unterstreichen zahlreiche weltliche Ehrungen die Bedeutung und die Verdienste des Kardinals: Höchste Stufe des Bundesverdienstkreuzes, Kreuz der Ehrenlegion von Frankreich, Saarländischer Verdienstorden, hohe bolivianische Orden, wie den Condor der Anden. Als ganz besondere Auszeichnung empfand er, nach eigenen Worten, seine Ernennung zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt Püttlingen.

Auch nach seiner Amtsniederlegung 1983 blieb Kardinal Maurer Ehrenprimas von Bolivien.

Im hohen Alter durfte er noch den persönlichen Besuch von Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker am 24. März 1987 und von Papst Johannes Paul II. im Jahre 1988 erleben.

Nach einem erfüllten Leben starb Josef Clemens Kardinal Maurer am 27. Juni 1990 im gesegneten Alter von 90 Jahren in Sucre/Bolivien. Dort ist er auch in der Kathedrale beigesetzt.

Fundación Cardenal Maurer
Eine der beispielhaftesten Leistungen von Kardial Maurer in Bolivien bleibt zweifellos sein Wohnungsbauprogramm das er bereits 1967 zu realisieren begann. Von 1971 bis 1989 wurden vom Siedlungswerk Kardinal Maurer 263 Einfamilienhäuser für bedürftige Familien in Sucre erbaut. Dem gesicherten Fortbestand dieses bedeutenden Sozialwerkes galten bis zuletzt die sorgenvollen Gedanken des greisen Kardinals. Nur einige Monate vor seinem Tod übertrug er im April 1990 die Leitung des Siedlungswerkes an Pater Otto Strauss. Als Stiftung konstituierte sich dieses Werk am 1. August 1990 unter der spanischen Bezeichnung " Fundación Cardenal Maurer". Pater Strauss wirkte seit 1969 als Missionar in der Erzdiözese Sucre und ist seit 1985 Pfarrer in Camargo ( Erzbistum Sucre) und zugleich seit 1. August 1990 Leiter der Fundación. Nach dem Willen des Kardinals sollen nur kinderreiche Familien in den Genuss eines Hauses des Siedlungswerkes kommen, weil er hier einen Weg sah, diesen Kindern durch geordnete Wohnverhältnisse eine positive Zukunftsperspektive zu eröffnen. Die Häuser, die einen weitaus höheren Standard als landesüblich aufweisen, werden den Bewerbern nicht kostenlos überlassen, sondern müssen durch Geld -und/oder Sachleistungen langfristig bezahlt werden. Dabei ist der Kaufpreis, selbst für bolivianische Verhältnisse, niedrig gehalten. Dieses Vorgehen hat ökonomische und psychologische Gründe: den einfachen Menschen soll der Wert der erworbenen Immobilie verdeutlicht werden. Wofür er arbeiten, sparen und bezahlen muss wird sich der Hausbesitzer immer um Erhalt und Pflege seines Besitzes kümmern. ( Das ist auch weitestgehend der Fall.) Die zurück fließenden Gelder bilden schließlich die Kapitalausstattung für den Ankauf von Grundstücken und die Vergabe neuer Darlehn.

Mittlerweile ist die Anzahl der geförderten Objekte auf über 1000 angestiegen.

Dieses wohldurchdachte System praktiziert die Funación Cardenal Maurer mit nachweisbaren Erfolgen weiter. Sie baut, in Erfüllung des Vermächtnisses seines Gründers, nach sorgfältig erarbeiteten Plänen und legt alljährlich in einem Bericht Rechenschaft ab über erfolgte Maßnahmen und die Verwendung aller Geldmittel.

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